Hochfest der Apostel Petrus und Paulus - Titelfest des Klosters

30.06.20

Mit Trompete und Orgel haben wir das Titelfest unseres Klosters begangen. Neben den beiden Namenstagen, P. Prior Petrus und fr. Simon Petrus, konnten wir heuer obendrein auch noch das 25. Priesterjubiläum von P. Bernhard feiern.

In der Evangelienstelle zur Messe des Tages stellt Jesus seinen Jüngern zwei Fragen.

  1. Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
  2. Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

Die Fragen nach Mainstream bzw. einer allgemeinen, vielleicht auch unreflektierten, Ansicht und einer persönlichen Überzeugung stehen sich hier gegenüber. Die Antwort auf die erste Frage wird vom Kollektiv der Jünger einhellig beantwortet: „die einen für Johanes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen der Propheten.“ Es herrscht also ein allgemeines, wenn auch differenziertes Bild von Jesus im Volk vor, das auch den Jüngern bekannt ist.  Jesus ist einer in der Reihe der Propheten. Der Antwort auf die zweite Frage verleiht Petrus seine Stimme und sein persönliches Zeugnis: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“  Im persönlichen Umgang mit Jesus offenbart sich für Petrus diese Erkenntnis. Die vorherrschende Meinung wird durch die Begegnung mit Jesus in ein persönliches Glaubensbekenntnis gewandelt, das in Jesus nicht nur einen weiteren Propheten sieht, sondern vielmehr die Erfüllung aller Prophetie. Auf dem Bekenntnis des Petrus wächst die Zusage Jesu, dass er die Verkündigung des Reiches Gottes auf dem Fundament der Apostel bauen wird. Sein Werk auf Erden legt er in die Hände der Gemeinschaft der Glaubenden. Hier bekommen beide Fragen für uns alle Gewicht: worauf baut meine Überzeugung, wer Christus ist? Bleibe ich bei der ersten Frage und ihrer allgemeinen Antwort oder wage ich den Sprung zur persönlichen Begegnung mit Christus und finde meine Antwort auf den Anspruch Jesu? Für wen hältst du mich?