Vor 500 Jahren: Ein Lehenbrief von Kardinal Matthäus Lang

19.12.25

Im Archiv der Erzabtei St. Peter wird eine Pergamenturkunde mit dem Wachssiegel des Kardinals Matthäus Lang verwahrt, die auf den Tag genau vor 500 Jahren ausgestellt wurde.

Als Urkundenempfänger wird Sebastian Aigl genannt, der wenige Wochen zuvor den „Hof und Sitz genannt Lynnd“ (Lind) in der Pfarre Mülln um 1.400 Gulden erworben hatte. Das Anwesen Lind war in den Bauernkriegen 1525 beschädigtworden. Als Abschluss und Bestätigung dieses Verkaufs gabder Salzburger Erzbischof Kardinal Matthäus Lang in der Urkunde vom 19. Dezember 2025 Hof und Sitz Lind, zu dem zu dem auch Almen und der Rainberg gehörten, dem Sebastian Aigl als Lehen.

Bei Hof und Sitz Lind handelt es sich um den später als Aiglhof bezeichneten Landsitz der Äbte von St. Peter. Im Jahr 1604 wurde der Aiglhof durch Abt Martin Hattinger erworbenund die Urkunden der Vorbesitzer befinden sich seitdem im Archiv St. Peter. Als einziger der einst vier barocken Landsitze von St. Peter ist der Aiglhof auch heute noch im Besitz des Stifts.

Das Siegel der Lehenurkunde vom 19. Dezember 1525 wies eine Beschädigung (Haarriss) auf, der eine rasche konservatorische Behandlung erforderlich machte. Durch eine Restaurierung im Jahr 2025 ist dieses wertvolle Stück Salzburger Geschichte für kommende Generationen gesichert.

Dr. Gerald Hirtner

Literatur und Quellen:

ASP, Urk. Nr. 2048 und Nr. 2049

Hahnl, Adolf, Die Landsitze der Äbte von St. Peter, in:  Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum - St. Peter in Salzburg. [Katalog zur] 3. Landesausstellung 15. Mai - 26. Oktober 1982, Red.: Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger (Salzburg 1982) 54-58.