Ostern in der Erzabtei St. Peter

05.04.26

Am Ostersonntag wurden in St. Peter die Feierlichkeiten der Auferstehung Christi in besonders festlicher Weise begangen.

Bereits um 5.00 Uhr versammelten sich zahlreiche Gläubige zur Feier der Osternacht in der Stiftskirche, ehe um 10.15 Uhr das festliche Pontifikalamt gefeiert wurde. Beide Gottesdienste waren sehr gut besucht und zeigten die große Verbundenheit der vielen Gläubigen mit der Erzabtei St. Peter.

Erzabt Jakob Auer OSB stellte in seiner Predigt zur Osternacht die zentrale Spannung zwischen der Dunkelheit des Karfreitags und der Freude der Auferstehung in den Mittelpunkt. Ausgehend von den letzten Worten Jesu – „Es ist vollbracht“ – ging er der Frage nach, wie aus dem scheinbaren Ende neues Leben entstehen kann. Anhand des Matthäusevangeliums beschrieb er die Auferstehung als ein alles verwandelndes Geschehen, das sich oft im Verborgenen ereignet. Besonders hob er hervor, dass sich dieses Geheimnis in der persönlichen Begegnung mit dem auferstandenen Christus zeigt – so wie bei den Frauen am Grab.

Zugleich spannte er einen Bogen durch die Heilsgeschichte: von Abraham über den Auszug aus Ägypten bis hin zu den Verheißungen des Propheten Ezechiel. Dabei wurde deutlich, dass Gottes Handeln stets auf Leben und Zukunft ausgerichtet ist. Im Zentrum stand der Auftrag Jesu: „Geht nach Galiläa“. Dieser Auftrag bedeutet, in den eigenen Alltag zurückzukehren und gerade dort das Licht der Auferstehung zu entdecken und weiterzutragen. Die Predigt mündete in die klare Sendung, als Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung Hoffnung, Freude und Vertrauen in eine von Unsicherheit geprägte Welt hineinzutragen.

Auch im Pontifikalamt griff Erzabt Jakob diesen Gedanken auf und brachte ihn in einem prägnanten Satz auf den Punkt: „Ostern ist der Sinn unseres Lebens.“ Dieser scheinbar einfache Satz eröffnet eine tiefgehende Perspektive: Nicht nur gibt Ostern unserem Leben Sinn – vielmehr ist Ostern selbst Ursprung und Ziel unseres Lebens. Ausgehend vom Johannesevangelium zeichnete er den Weg des Glaubens nach, der vom Sehen zum Erkennen führt. Die biblischen Gestalten der Fastenzeit – die Samariterin am Jakobsbrunnen, der Blindgeborene und die Auferweckung des Lazarus – finden ihre Erfüllung in Maria Magdalena, die im vermeintlichen Gärtner den auferstandenen Herrn erkennt.

Diese neue Sichtweise verändert alles: Auch wir sind gerufen, neu zu sehen. Von Ostern her zu leben und auf Ostern hin zu leben bedeutet, das ganze Leben – Liebe, Leid, Kreuz und Tod – im Licht der Auferstehung zu verstehen. Denn das letzte Wort hat das Licht, das in die Finsternis kommt und von ihr nicht erfasst wird. Ostern eröffnet so eine neue Perspektive für unser Leben.

Die Feier der Osternacht wurde von festlicher Musik für Bläser und Orgel begleitet. Im Pontifikalamt erklangen unter anderem die Nelsonmesse von Joseph Haydn, das Halleluja aus dem Oratorium „Messiah“ von Georg Friedrich Händel sowie das monumentale Osterproprium von Joseph Messner. Es musizierte die Stiftsmusik St. Peter.

Wir wünschen Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!